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Bereits im Jahre 1884 erhält Paul Nipkow ein Patent auf eine Scheibe zur
Bildzerlegung und Wiederzusammensetzung: Das Fernsehen ist erfunden. Aber man kann
vorerst wenig mit der Erfindung anfangen.
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1928 wird erstmals auf der Funkausstellung in Berlin das Fernsehen vorgestellt. Das
Bild, welches mit Hilfe der Nipkow-Scheibe entsteht, ist 4 x 4 cm groß, hat 30 Zeilen
bei 12,5 Bildern pro Sekunde. Doch 1930 macht Manfred von Ardenne die
Braun'sche Röhre für das Fernsehen brauchbar. Die Zahl der Bildzeilen kann steigen.
Als ab dem 22. März 1935 der »Deutsche Fernsehrundfunk« regelmäßig ein
Programm ausstrahlt, arbeitet man mit 180 Zeilen bei 25 Bildwechseln. 1938 sind es
schon 441 Zeilen.
Aber dem Fernsehen fehlt das Publikum. In Berlin gibt es in einigen Postämtern
sogenannte Fernsehstuben, in denen man das neue Medium betrachten kann. Interessant ist
es vor allem bei der Olympiade 1936 in Garmisch und Berlin. Die Bilder sind zwar klein
und unscharf, aber aktuell.
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Richtig los geht es in Deutschland mit dem Fernsehen ab dem Dezember des Jahres 1952.
1953 dann Krönung der Königin von England, 1954 Fußballweltmeisterschaft - gerade ein
neues Medium braucht seine Top-Ereignisse. Tausende stehen vor den Schaufenstern von
Rundfunkläden, Gaststätten mit Fernsehempfang sind überfüllt. Wer als Privatmann schon
früh ein Gerät erstanden hat, bekommt viel Besuch...
Über 625 Zeilen hat das Bild bei einer durchschnittlichen Diagonale von 35 cm.
Heute sind es typischerweise 70 cm. Das Fernsehen, zunächst mit einem Programm,
verändert die Lebensgewohnheiten: Man bleibt jetzt vermehrt zu Hause. Ein Wirtshaus-
und Kinosterben sind die Begleiterscheinungen. Wenn man früher um einen Tisch saß,
entsteht jetzt im Wohnzimmer ein Oval, in dessen einer Seite der Fernseher thront.
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1963 kommt das Zweite Deutsche Fernsehen, ein Jahr später folgen die Dritten
Programme, meist als Studienprogramme. Und am 25. August 1967 gibt Willy Brandt
auf der Berliner Funkausstellung mit dem berühmten Knopfdruck Farbe in die Bilder.
Mit dem Fernsehen entwickelt sich die Bildaufzeichnung, zunächst im professionellen
Bereich. Ab 1969 gibt es den Videorecorder für daheim.
Noch zwei Aspekte verändern die Entwicklung des Fernsehens: Da ist zunächst das
Aufkommen der privaten Programmanbieter in den 1980er Jahren. Immer mehr Programme
werden angeboten, oftmals rund um die Uhr. Und dann kommt in den 1990 Jahren das
Satellitenfernsehen, die Welt wird kleiner.
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