Raumwahl:
1900 stellt der Däne Valdemar Poulsen auf der Pariser Weltausstellung sein
»Telegraphon« aus, das erste Gerät für magnetische Schallaufzeichnung. Ein
1 mm dicker Stahldraht wird an einem Tonkopf vorbeigeführt. Elektromagnetische Impulse,
erzeugt beispielsweise mit Hilfe eines Mikrofons, werden auf dem Draht gespeichert und
können anschließend wiedergegeben werden.
 |
Mangels geeigneter Verstärker setzt sich das Verfahren nicht durch. Erst Ende der
20er Jahre werden wieder Versuche unternommen, doch mit Stahlpulver beschichtete
Papierbänder reißen leicht, dünne Stahlbänder dagegen sind so schwer, dass sie nur im
professionellen Bereich -etwa bei Rundfunkanstalten- genutzt werden.
1935 endlich wird durch AEG das erste »Magnetophon K1« auf der
Berliner Funkausstellung vorgestellt. Der Ringkopf ist mittlerweile erfunden,
IG-Farben fertigt ein Bandmaterial aus Acetylcellulose: das Tonband ist fertig.
Da schadet es auch nicht, dass bei einem Großfeuer alle Geräte zerstört werden.
|
|
Als 1940 eher zufällig die Hochfrequenz-Vormagnetisierung entdeckt wird, liefert
das Tonband eine Qualität, die es auch für die Rundfunkanstalten als Speichermedium
interessant macht. Schon 1943 erfolgt eine erste Stereoaufnahme.
Ab den 1950er Jahren gelangen die Tonbandgeräte in die Haushalte. Doch sie sind
schwer, kompliziert zu bedienen und teuer. 600 - 700 DM muss man um 1954 für ein gutes
Gerät hinlegen, ein Rundfunkmechaniker verdient damals etwa 1,40 DM die Stunde.
|
 |
 |
Erst die Erfindung der Compact-Cassette (CC) durch Philips bringt nach
1964 eine durchgreifende Änderung. Zunächst als Billiggerät konzipiert, verdrängen
die Kassettenrecorder bald die Spulentonbandgeräte. Auch der 1979 von Sony
herausgebrachte Walkman eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten.
Ein weiterer Sprung ist die Digitalisierung der Aufzeichnung. DAT beginnt ab Mitte
der 1980er Jahre Fuß zu fassen, wobei mehrere Systeme miteinander konkurrieren.
|
Raumwahl:
|