Museums-Tour
Nachkriegszeit


Raumwahl:   zum vorhergehenden Raum    Vorläufer und Anfänge des Rundfunks 1923-1933    Röhrenentwicklung    Rundfunk im 3. Reich 1933-1939    Vom Grammophon zur CD    Rundfunk im 2. Weltkrieg    Nachkriegszeit    Sender der Nachkriegszeit, UKW    Die 1950er Jahre    Vom Magnetophon zum Tonband    Rundfunk und Fernsehen in der DDR    Geschichte des Fernsehens    Von den 1960ern in die Gegenwart und Zukunft    zum nächsten Raum


»This is Radio Munich, a station of the Military Government...«. Am 12. Mai 1945, fünf Tage nach Kriegsende, meldet sich erstmals wieder der Bayerische Rundfunk - diesmal aus einem Notstudio in Ismaning.

Im besetzten Deutschland haben jetzt die Alliierten das Sagen. Vier Besatzungszonen - das sind auch vier verschiedene Vorstellungen, wie der Rundfunk im Nachkriegsdeutschland auszusehen hat.

Radios sind begehrt. Zeitungen gibt es wegen Papiermangel kaum. Amtliche Bekanntgaben erfolgen großteils über Rundfunk. Und natürlich gibt's endlich moderne Musik, die im »Dritten Reich« verpönt und verboten war. Swing und Jazz -von den »guten« Deutschen bald als »Negermusik« diffamiert- sind die Renner.

Radios sind rar. Viele Geräte sind beschädigt, Nazis müssen ihre Apparate abgeben, sie werden und an Verfolgte, soziale Einrichtungen, Soldaten verteilt. Erwerben kann man Radios nur über Bezugsscheine.

Max Grundig mit 'Heinzelmann' und 'Taschen-Transistor-Boy'

Anzeigen-Entwurf Metz 'Postillion'

Ein Radiohändler aus Fürth hat eine Idee, diese Einschränkungen zu umgehen. Er baut einen Radiobaukasten, der ohne Röhren verkauft wird: »Heinzelmann« heißt das in großen Stückzahlen gebaute Gerät, Max Grundig wird schnell einer der ganz Großen in der Branche.

Viele andere Firmen kommen hinzu, die meisten sind schnell wieder pleite. Nicht so die Metz-Werke, die ebenfalls in Fürth beheimatet sind: 1947 baut Metz mit dem »Postillion« sein erstes Radio.

Die ganze Rundfunkindustrie ist in Bewegung. Bis 1945 lagen die Zentren der Rundfunkindustrie in Sachsen und Berlin. Doch den Fabrikanten passt die neue Eigentumsordnung dort nicht, sie siedeln in den Westen um...


1948 ist ein Schicksalsjahr des deutschen Rundfunks. Mit der Währungsreform kommt die D-Mark. Und in Kopenhagen werden die Rundfunkfrequenzen neu verteilt. Deutschland -als Kriegsverlierer gar nicht eingeladen- bekommt ganz wenige und ganz schlechte Mittelwellen-Frequenzen.

Was tun? Der Schritt ist mutig und richtig: ein völlig neuer Frequenzbereich wird aufgebaut. Also müssen neue Sender errichtet und neue Empfänger bzw. Zusatzgeräte hergestellt werden.

Aufnahmestudio AFN München

1950 beginnt die Ultrakurzwelle (UKW) in Deutschland als erstem Land ihren Siegeszug.


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