Museums-Tour
Rundfunk im 2. Weltkrieg


Raumwahl:   zum vorhergehenden Raum    Vorläufer und Anfänge des Rundfunks 1923-1933    Röhrenentwicklung    Rundfunk im 3. Reich 1933-1939    Vom Grammophon zur CD    Rundfunk im 2. Weltkrieg    Nachkriegszeit    Sender der Nachkriegszeit, UKW    Die 1950er Jahre    Vom Magnetophon zum Tonband    Rundfunk und Fernsehen in der DDR    Geschichte des Fernsehens    Von den 1960ern in die Gegenwart und Zukunft    zum nächsten Raum


Ein von Deutschland fingierter, vorgeblich polnischer Angriff auf den Sender Gleiwitz in Schlesien ist es, der mit zum Ausbruch des 2. Weltkrieges führt. Der Kampf um den Äther ist kriegswichtig.

mobiler Soldatensender

Die eigene Bevölkerung bei Laune zu halten, die Entfernung zwischen Heimat und Front zu überbrücken, den Durchhaltewillen zu stärken: Dieses Ziel nach innen korrespondiert mit der Absicht, die Bevölkerung des Kriegsgegners zu demoralisieren.

Mit Kriegsausbruch wird das Abhören ausländischer Sender verboten. Zuchthaus oder gar die Todesstrafe drohen bei Verbreitung jener Nachrichten, etwa beim Gespräch im Kreis der Familie oder unter Freunden...


Zwei Todesurteile für Rundfunkverbrecher

Alle Staaten stören die Programme des Gegners, errichten Geheimsender und Soldatensender.

Die Geräteproduktion geht stark zurück, hochwertige Radios werden in Deutschland fast nur noch für den Export zur Devisenbeschaffung gebaut. Kleine, handliche Geräte lösen die großen Kästen ab. Ab 1942 wird fast nur noch der Deutsche Kleinempfänger DKE38 gebaut.

Populäre Sendungen wie das »Wunschkonzert für die Wehrmacht« können scheinbar mühelos die Entfernungen zwischen Narvik und Palermo, Stalingrad und Bordeaux, Nürnberg, Königsberg und Berlin überwinden.

Zeichnung eines Frontsoldaten

Als sich der Kriegsverlauf wendet, verlieren die Durchhalteparolen an Glaubwürdigkeit, auch über Rundfunk. »Davon geht die Welt nicht unter«, singt Zarah Leander, während die Bombenangriffe Tag für Tag und Nacht für Nacht zunehmen...

Flüchtlinge mit Radio

Ab 1944 verbreitet der Rundfunk Luftlagemeldungen, die vor den herannahenden Bombern warnen. Die meisten Radios sind deshalb immer eingeschaltet, die Rundfunksender bringen ein 24-Stunden-Programm rund um die Uhr. Doch gegen Kriegsende haben die Nationalsozialisten sehr stark an Überzeugungskraft eingebüßt: BBC London wird ab 1944 der wohl -wenn auch heimlich- meist gehörte Sender in Deutschland. Man glaubt dem Kriegsgegner England mehr als der eigenen Regierung.

Die Kapitulation im Mai 1945 kann nur noch von einem einzigen Sender in Deutschland verbreitet werden, dem Nebensender Flensburg. Alle anderen Sender sind inzwischen in der Hand der Alliierten oder zerstört.



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