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»Jeder deutschen Familie ein Radio!« Das ist die Parole der Nationalsozialisten,
die am 30. Januar 1933 die Macht erringen. Dann erreichen sie jeden mit ihrer Propaganda -
nicht nur relativ sachlich wie in der Zeitung, sondern emotional, laut, mit Musik aus dem Off.
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Zunächst werden die Funkhäuser gleichgeschaltet, unliebsame Mitarbeiter, sei es aus
politischen oder rassischen Gründen, entlassen und teilweise ins KZ gesteckt. Ein Prozess
gegen die führenden Leute des Rundfunks der Weimarer Zeit verläuft für die Nationalsozialisten
aber eher blamabel. Doch die föderale Struktur ist durch eine zentralistische ersetzt. Der
Minister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, entscheidet letztlich,
was gehört werden darf.
Aber Radios sind noch zu teuer. So wird der Volksempfänger VE 301 geschaffen, dessen
Typenbezeichnung an den 30. Januar als Tag der Machtergreifung erinnern soll. Von allen
Radiofirmen baugleich hergestellt, war er zum subventionierten Preis von 76.- RM (Reichsmark)
zu haben. Der Rundfunk bekommt so sein Massenpublikum, bis auf 12 Mio. Radiobesitzer im Jahr
1938 steigt die Zahl an.
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Wer mehr Geld hat, kann sich ein besseres Radio kaufen. Die Superhet-Schaltung setzt
sich durch. Ab Mitte der 1930er Jahre kommen Drucktasten hinzu mit Festsendern. Ebenso das
»magische Auge«, eine Röhre, mit der die Empfangsqualität festgestellt werden
kann. Die Bedienung muss immer einfacher werden.
Große sportliche Ereignisse wie die olympischen Spiele in Garmisch und Berlin sind
wichtige Anreize zum Erwerb eines Radios. Wegen der Programme zu den Reichsparteitagen,
die exakt mit Drehbuch vorbereitet und durchgeführt wurden, dürfte die Hörerzahl weniger
angestiegen sein.
Auch das Äußere der Geräte wandelt sich. Zunächst dominieren die sogenannten
»Kathedralradios«: unten der Empfangsteil, oben hinter schönen Verzierungen der
Lautsprecher. Ab etwa 1934 werden sie von Geräten abgelöst, die links den Lautsprecher und
rechts eine große Skala mit Bedienteil besitzen.
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Noch einmal werden 1938 neue Volksempfänger vorgestellt: der VE 301 dyn mit dynamischem
Lautsprecher für 65.- RM und der »Goebbels-Schnauze« genannte deutsche
Kleinempfänger DKE 38 für nur 35.- RM. »Jeder deutschen Familie ein Radio« -
das soll erst recht im herannahenden Krieg wichtig sein.
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