Museums-Tour
Rundfunk im 3. Reich 1933-1939


Raumwahl:   zum vorhergehenden Raum    Vorläufer und Anfänge des Rundfunks 1923-1933    Röhrenentwicklung    Rundfunk im 3. Reich 1933-1939    Vom Grammophon zur CD    Rundfunk im 2. Weltkrieg    Nachkriegszeit    Sender der Nachkriegszeit, UKW    Die 1950er Jahre    Vom Magnetophon zum Tonband    Rundfunk und Fernsehen in der DDR    Geschichte des Fernsehens    Von den 1960ern in die Gegenwart und Zukunft    zum nächsten Raum


»Jeder deutschen Familie ein Radio!« Das ist die Parole der Nationalsozialisten, die am 30. Januar 1933 die Macht erringen. Dann erreichen sie jeden mit ihrer Propaganda - nicht nur relativ sachlich wie in der Zeitung, sondern emotional, laut, mit Musik aus dem Off.

AEG-Werbung von 1933/34

Zunächst werden die Funkhäuser gleichgeschaltet, unliebsame Mitarbeiter, sei es aus politischen oder rassischen Gründen, entlassen und teilweise ins KZ gesteckt. Ein Prozess gegen die führenden Leute des Rundfunks der Weimarer Zeit verläuft für die Nationalsozialisten aber eher blamabel. Doch die föderale Struktur ist durch eine zentralistische ersetzt. Der Minister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, entscheidet letztlich, was gehört werden darf.

Aber Radios sind noch zu teuer. So wird der Volksempfänger VE 301 geschaffen, dessen Typenbezeichnung an den 30. Januar als Tag der Machtergreifung erinnern soll. Von allen Radiofirmen baugleich hergestellt, war er zum subventionierten Preis von 76.- RM (Reichsmark) zu haben. Der Rundfunk bekommt so sein Massenpublikum, bis auf 12 Mio. Radiobesitzer im Jahr 1938 steigt die Zahl an.


Wer mehr Geld hat, kann sich ein besseres Radio kaufen. Die Superhet-Schaltung setzt sich durch. Ab Mitte der 1930er Jahre kommen Drucktasten hinzu mit Festsendern. Ebenso das »magische Auge«, eine Röhre, mit der die Empfangsqualität festgestellt werden kann. Die Bedienung muss immer einfacher werden.

Große sportliche Ereignisse wie die olympischen Spiele in Garmisch und Berlin sind wichtige Anreize zum Erwerb eines Radios. Wegen der Programme zu den Reichsparteitagen, die exakt mit Drehbuch vorbereitet und durchgeführt wurden, dürfte die Hörerzahl weniger angestiegen sein.

Auch das Äußere der Geräte wandelt sich. Zunächst dominieren die sogenannten »Kathedralradios«: unten der Empfangsteil, oben hinter schönen Verzierungen der Lautsprecher. Ab etwa 1934 werden sie von Geräten abgelöst, die links den Lautsprecher und rechts eine große Skala mit Bedienteil besitzen.

Saba-Prospekt

Volksempfänger VE 301

Noch einmal werden 1938 neue Volksempfänger vorgestellt: der VE 301 dyn mit dynamischem Lautsprecher für 65.- RM und der »Goebbels-Schnauze« genannte deutsche Kleinempfänger DKE 38 für nur 35.- RM. »Jeder deutschen Familie ein Radio« - das soll erst recht im herannahenden Krieg wichtig sein.

Volksempfänger VE 301


Raumwahl:   zum vorhergehenden Raum    Vorläufer und Anfänge des Rundfunks 1923-1933    Röhrenentwicklung    Rundfunk im 3. Reich 1933-1939    Vom Grammophon zur CD    Rundfunk im 2. Weltkrieg    Nachkriegszeit    Sender der Nachkriegszeit, UKW    Die 1950er Jahre    Vom Magnetophon zum Tonband    Rundfunk und Fernsehen in der DDR    Geschichte des Fernsehens    Von den 1960ern in die Gegenwart und Zukunft    zum nächsten Raum


Home