Raumwahl:
Elektronen-Röhren sind heute durch Halbleiter (Transistoren und ICs) in der Rundfunk-
und Fernsehtechnik nahezu vollständig ersetzt.
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Die Grundlagen dieser rasanten Entwicklung haben Edison (1883) durch seine
Entdeckung der Glühemission, Lenard (seit 1890) durch seine Arbeiten über
Kathodenstrahlen, Richardson (1903) durch die Untersuchungen über Emission und
Thermodynamik und Wehnelt (1904) durch die Erkenntnis besonders hoher
Emissionsfähigkeit von Erdalkalioxyden geschaffen. Fleming (1904) benutzte als
erster eine Elektronenentladung als Gleichrichter, Lenard veröffentlichte (1903)
eine Versuchsanordnung mit einem Gitter zwischen Kathode und Anode, um Geschwindigkeit
und Intensität eines Elektronenstromes zu steuern.
Von Lieben erkannte (1906) mit seinen Mitarbeitern Reisz und
Strauss die Bedeutung der Intensitätssteuerung von Kathodenstrahlen für
Verstärkerzwecke. Ihre Röhren waren mit Quecksilberdampf gefüllt, zuerst mit einer
Magnetfeld-, ab 1910 mit einer Gittersteuerung versehen. De Forest meldete in
Amerika 1907 eine Drei-Elektroden-Röhre zum Patent an und nannte sie »Audion«.
Damit waren die wichtigsten Schritte zur Einführung der Elektronenröhren in die
Nachrichtentechnik getan.
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Das »Liebenkonsortium« (AEG, Siemens, Telefunken und
Felten & Guilleaume) sollte die Lieben-Patente industriell verwerten. Prof.
Pirani (Siemens) und Dr. Rukop (Telefunken) erkannten sehr schnell, dass
nicht die Quecksilberdampffüllung, sondern die Hochvakuumröhre das bessere
Verstärkerelement war. Wichtige Grundlagenarbeit zur Schaffung des einwandfreien
Hochvakuums leisteten hier vor und während des 1. Weltkrieges Langmuir
(1913), Schottky (1914) und Dushman (1915). Umfangreiche Grundlagenarbeiten
erschienen erst nach dem Krieg von Barkhausen, Möller, Rukop
und Schottky.
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Das Hilfsgitter in Form des Raumladegitters (Schottky 1915, Langmuir
1918) und Schutz- oder Schirmgitters (Schottky 1916) gehörte 1918 bereits zum
Stand der Röhren-Technik.
Die indirekt geheizte Kathode entstand 1915. Hull und Williams
verbesserten 1919 die Schirmgitter-Röhre. 1926 unterdrückte Jobst die
Sekundärelektronen durch die Einführung des Bremsgitters und schuf so die Grundlagen für
die Pentode, die Telegen noch im gleichen Jahr weiter »verfeinerte«.
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Die theoretisch-physikalischen Grundlagen der Röhrentechnik waren damit geschaffen.
Fertigungstechnisch konnten die Elektronenröhren noch weiter »ausgereizt« werden,
vor allem hinsichtlich größerer Leistung, kleinerer Baugröße sowie der Verwendung besser
geeigneter Werkstoffe. Mit dem Aufkommen des Transistors in den 1950er Jahren war der
Niedergang der Elektronenröhren nicht mehr aufzuhalten.
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