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1923: Inflation und Unruhen im ganzen Deutschen Reich. Doch das Leben geht nicht
nur weiter, es kommt auch noch etwas dazu, nämlich der Rundfunk. Am 29. Oktober 1923
geht im Studio des Berliner Voxhauses das Licht an: Der erste deutsche Rundfunksender
beginnt mit seinem Programm.
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Ein weiter Weg war es bis dahin. 1896 hatte Julielle Guglielmo Marconi
erstmals drahtlos eine Nachricht übermittelt. Für die Schifffahrt war es besonders
interessant: 1912 konnte die Titanic wie selbstverständlich über Funk Hilfe herbei
bitten, auch wenn es nichts genützt hat...
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Das Militär interessierte sich natürlich auch für die neue Technologie. Der 1.
Weltkrieg brachte einen ersten Boom und viele neue Funker. Nach 1918 wurde das Wissen
zivil genutzt, man konnte sich selbst ein kleines Radio basteln, einen Detektorempfänger
oder Ähnliches.
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Doch erst ab 1923/24 wird landesweit ein Sendernetz aufgebaut: Im März 1924 geht
es in München los, im August 1924 in Nürnberg. Schwache Sender sind es zwar, doch in
die Ballungszentren gesetzt, erreichen sie viele potentielle Zuhörer.
Aus heutiger Perspektive erscheinen die Geräte als abenteuerlich, aber sie sind gar
nicht so unterschiedlich: Alle Komponenten sind räumlich voneinander getrennt, der
Hf-Verstärker, der eigentliche Empfänger, der Nf-Verstärker und der Lautsprecher, fast
wie heute.
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Dann wachsen sie zusammen, kommen in ein Gehäuse, zum Schluss der Lautsprecher ab
etwa 1930. Er ist es auch, der in den 1960er Jahren mit der Stereophonie als erstes
wieder das »gemeinsame Haus« verlässt.
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Radiofirmen entstehen, Telefunken hat schon seit 1903 das Geschehen bestimmt.
Siemens, AEG, Loewe, Lorenz, Hut usw. steigen in den
Markt ein. Tausende kleiner Hinterhofbetriebe versuchen ihr Glück, wenige bleiben übrig.
Im Raum Nürnberg/Fürth gewinnen die Lumophon und die TeKaDe an Bedeutung.
Um den Radiokauf zu forcieren, veranlasst Bredow, der den Rundfunk in
Deutschland maßgeblich prägt, schon 1924 die erste Funkausstellung. Im Frühherbst werden
die neuen Geräte vorgestellt: Sie sind teuer, doch zu Weihnachten läuft das große
Geschäft.
4,5 Millionen Radiogeräte gibt es 1933 in Deutschland, Jahr für Jahr fast 500.000 neue
Fans für den Rundfunk. Und das trotz Inflation zu Beginn und Weltwirtschaftskrise seit
1929.
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