Museums-Tour
Vorläufer und Anfänge des Rundfunks 1923-1933


Raumwahl:       Vorläufer und Anfänge des Rundfunks 1923-1933    Röhrenentwicklung    Rundfunk im 3. Reich 1933-1939    Vom Grammophon zur CD    Rundfunk im 2. Weltkrieg    Nachkriegszeit    Sender der Nachkriegszeit, UKW    Die 1950er Jahre    Vom Magnetophon zum Tonband    Rundfunk und Fernsehen in der DDR    Geschichte des Fernsehens    Von den 1960ern in die Gegenwart und Zukunft    zum nächsten Raum


1923: Inflation und Unruhen im ganzen Deutschen Reich. Doch das Leben geht nicht nur weiter, es kommt auch noch etwas dazu, nämlich der Rundfunk. Am 29. Oktober 1923 geht im Studio des Berliner Voxhauses das Licht an: Der erste deutsche Rundfunksender beginnt mit seinem Programm.

Detektor-Kristall

Ein weiter Weg war es bis dahin. 1896 hatte Julielle Guglielmo Marconi erstmals drahtlos eine Nachricht übermittelt. Für die Schifffahrt war es besonders interessant: 1912 konnte die Titanic wie selbstverständlich über Funk Hilfe herbei bitten, auch wenn es nichts genützt hat...

Das Militär interessierte sich natürlich auch für die neue Technologie. Der 1. Weltkrieg brachte einen ersten Boom und viele neue Funker. Nach 1918 wurde das Wissen zivil genutzt, man konnte sich selbst ein kleines Radio basteln, einen Detektorempfänger oder Ähnliches.

Doch erst ab 1923/24 wird landesweit ein Sendernetz aufgebaut: Im März 1924 geht es in München los, im August 1924 in Nürnberg. Schwache Sender sind es zwar, doch in die Ballungszentren gesetzt, erreichen sie viele potentielle Zuhörer.

Aus heutiger Perspektive erscheinen die Geräte als abenteuerlich, aber sie sind gar nicht so unterschiedlich: Alle Komponenten sind räumlich voneinander getrennt, der Hf-Verstärker, der eigentliche Empfänger, der Nf-Verstärker und der Lautsprecher, fast wie heute.

Empfänger-Spulen

Dann wachsen sie zusammen, kommen in ein Gehäuse, zum Schluss der Lautsprecher ab etwa 1930. Er ist es auch, der in den 1960er Jahren mit der Stereophonie als erstes wieder das »gemeinsame Haus« verlässt.

Telefunken Werbeschrift

Radiofirmen entstehen, Telefunken hat schon seit 1903 das Geschehen bestimmt. Siemens, AEG, Loewe, Lorenz, Hut usw. steigen in den Markt ein. Tausende kleiner Hinterhofbetriebe versuchen ihr Glück, wenige bleiben übrig. Im Raum Nürnberg/Fürth gewinnen die Lumophon und die TeKaDe an Bedeutung.

Um den Radiokauf zu forcieren, veranlasst Bredow, der den Rundfunk in Deutschland maßgeblich prägt, schon 1924 die erste Funkausstellung. Im Frühherbst werden die neuen Geräte vorgestellt: Sie sind teuer, doch zu Weihnachten läuft das große Geschäft.

4,5 Millionen Radiogeräte gibt es 1933 in Deutschland, Jahr für Jahr fast 500.000 neue Fans für den Rundfunk. Und das trotz Inflation zu Beginn und Weltwirtschaftskrise seit 1929.



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